Auch Sorten-Wertprüfungen des Bundessortenamtes für den Genmais MON810 sind gestoppt

Mittwoch, den 22. April 2009 um 22:44 Uhr Redaktion
Drucken

Anlässlich der heutigen Aussagen des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Reichweite des Verbots der gentechnisch veränderten Maissorte MON810 erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen:
Das Verbot von MON810 durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erstreckt sich auch auf Wert- und Sortenprüfungen durch das Bundessortenamt. Dies wurde heute den Mitgliedern des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Bundestages von BMELV-Staatssekretärin Ursula Heinen bestätigt. Laut Frau Heinen sind die Länder jetzt in der Verantwortung für die Durchsetzung und Überwachung des Verbotes.

Weiterer Verkauf und Anbau von MON 810 sind unzulässig. Das bedeutet auch, dass bereits ausgesäter MON810-Mais umgepflügt werden muss.

Die Klarstellung zu dieser bislang offenen Frage bedeutet einen weiteren Erfolg für Umwelt, Imker, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der überwältigenden Mehrheit der Landwirte, die nun auch vor Gefahren und Risiken aus Freisetzungsversuchen zu Forschungszwecken geschützt sind. Durch einen solchen Freisetzungsversuch nahe Augsburg war der Honig eines Imkers kontaminiert worden.

In Brandenburg darf laut Erlass der Landesregierung auf Feldern, wo letztes Jahr MON810 angebaut wurde, in diesem Jahr überhaupt kein Mais mehr angebaut werden.

Wir begrüßen diese Entscheidung, denn nur so kann eine unkontrollierte Auskreuzung des Gen-Maises durch einen möglichen Durchwuchs vollständig ausgeschlossen werden. Im Sinne der guten fachlichen Praxis ist es jetzt erforderlich, dass alle anderen Länder diesem Beispiel folgen.

Erlass des BMELV zum Anbauverbot von MON810  ^ auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen